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Donnerstag, 09.12.2004
Feuer und Urstromtaler am Olven 1
"4 Euro!" "2 Euro" "3!"... Gerhard Häusler hat für den silbergrauen CD-Ständer einen Interessenten gefunden. Für 2,95 geht das Stück schließlich weg. Und Häusler, der Chef des CDU-Ortsverbandes "Am Neustädter Feld" schaut zufrieden aus. Er hatte gestern seinen Trödelstand auf dem Weihnachtsflohmarkt am Olven 1 aufgebaut. Organisiert vom Stadtteilbüro, konnte hier jeder Trödel ausbreiten.
Neu-Olvenstedt. Elke Stechbarth, die Leiterin des Olvenstedter Sozialzentrums, zeigte nach ihrem Bummel über den Weihnachtsflohmarkt stolz ein paar grüner Socken. Gestrickt in Handarbeit, 3 Euro. "Eine echte Rarität heutzutage!"
Frank Jansky aus Güsen (Jerichower Land) hatte ebenfalls einen Stand aufgebaut im Ladenlokal am Olven 1 (das sonst zurzeit leer stehende Geschäft wurde vom Insolvenzverwalter der Geschäftszeile kostenfrei zur Verfügung gestellt). Rechtsanwalt Jansky hatte aber nichts zu verkaufen, sondern brachte Urstromtaler unters Volk. Im Oktober brachten Jansky und seine Mitstreiter von der Regionalwährungsinitiative Sachsen-Anhalt das Regionalgeld erstmals in Umlauf. Inzwischen ist es an mehr als 40 Stellen in rund 20 Städten und Gemeinden anerkanntes Zahlungsmittel.
Und gestern auch auf dem Weihnachtsflohmarkt am Olven 1, wo es für Urstromtaler auch Gegrilltes und Glühwein am Stand des Vereins "Lebensmitte" zu kaufen gab oder Selbstgebackenes auf dem Kuchenbasar der Freizeiteinrichtungen "Weizengrund" und "Düppler Mühle".
Kathleen Kauer, die Vorsitzende der "Lebensmitte" hatte an ihrem Trödelstand schnell sechs Urstromtaler zusammen (Umtauschkurs in Euro 1:1), und sie hält viel vom Regionalgeld. Kathleen Kauer verriet: "Mir schwebte schon vor der Aktion am Olven 1 vor, in den neuen Räumen unseres Vereins am Bruno-Taut-Ring einen Laden zu eröffnen, in dem nur mit Urstromtalern bezahlt werden kann." Die Währungsinitiative verspricht sich vom Urstromtaler, die Umsätze bei kleinund mittelständischen Unternehmen anzukurbeln und so das wirtschaftliche Überleben der Unternehmen und Arbeitsplätze zu sichern.
Das muss aus seiner Sicht kein Märchen bleiben, wenn genügend Sachsen-Anhalter mitziehen. Für die Märchen war gestern ohnehin der CDULandtagsabgeordnete Gerhard Ruden zuständig, der Weihnachtsgeschichten für die Kinder vorlas.
Übrigens: Auch am Freitag kann am Olven 1 mit dem Regionalgeld gehandelt werden. Von 10 bis 17 Uhr läuft Teil 2 des Weihnachtsfestes mit Märchenaufführung, Adventssingen, Kinderschminken, Glücksrad und vielem mehr. Dabei beteiligen sich Kinderund Jugendeinrichtungen aus dem Stadtteil.
Autor: Robert Richter (Magdeburger Volksstimme)
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