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Mittwoch, 01.09.2010

Der Kalksteinweg im Gebiet "An den Röthen"

In einer Serie beleuchtet die Volksstimme die Straßennamen der Elbestadt. Heute: die Straße Kalksteinweg, die es nach Angaben des Stadtarchivs seit 2002 gibt. Sie wurde mit Beschluss des Stadtrates nach einer Gesteinsart benannt.

Alt-Olvenstedt (rri). Die Straße wurde dem statistischen Bezirk "Olvenstedter Röthe" zugeteilt und beginnt und endet an der Straße Zur Tonkuhle. Die Postleitzahl ist 39130.

Die Straße Kalksteinweg erschloss mit den Straßen Granitweg, Basaltweg, Roteisenweg, Sandsteinweg und Zur Tonkuhle den ersten südlichen Bauabschnitt des Wohngebietes "An den Röthen". Die Benennungsvorschläge mit geologischen Bezeichnungen unterbreitete der Arbeitskreis Alt Olvenstedt; die Gesteinsarten sind im geologischen Profil des Stadtgebietes zu finden.

Kalkstein ist ein dichtes bis grobkörniges Sedimentgestein, das zu mindestens 80 Prozent aus Calcit (Kalkspat) besteht. Viele Kalksteine entstehen in Flachmeerbereichen, wobei aus übersättigten Lösungen Calcit und Dolomit ausfallen.

Kalkstein kann aus feinem kristallinen Kalkschlamm, aus zusammengeschwemmten Kalkschalen oder anderen karbonatischen Organismenresten entstanden sein. Diese große Gruppe bildet die organogenen oder zoogenen Kalksteine, die beispielsweise aus Schalenresten und Korallenstöcken entstanden. Die bevorzugten Bildungsräume waren die warmen Flachmeere im Paläozoikum und Mesozoikum. Die Einteilung der Kalksteine erfolgt nach dem geologische Alter (z. B. Devon-, Karbon oder Jurakalk) oder nach bestimmten Fossilien (jurassische Korallenkalke, Muschelkalke).

Kalksteine treten in großer struktureller Vielfalt und Variationsbreite auf (z. B. Muschelkalkstein, "Jura Marmor", Solnhofener Plattenkalk, Knollenkalke, Rogenstein, Serpulit, Trochitenkalk). Färbende Beimengungen sind Limonit, Hämatit, Glaukonit und organische Kohlenstoffverbindungen (Bitumina). Stark bituminöse Kalksteine geben beim Anschlagen mit dem Hammer einen Geruch nach Schwefelwasserstoff ab ("Stinkkalke").

Enthalten Kalkgesteine Bitumen, werden sie als "Stink- oder Asphaltkalke" bezeichnet; bei größeren Mengen Ton ist es "Mergel".

Alle Kalksteine brausen im Gegensatz zu Dolomitstein schon mit kalter, verdünnter Salzsäure unter Entwicklung von Kohlendioxid stark auf. Die Stärke der Kohlendioxidentwicklung kann ein Hinweis auf die Höhe des Calcitanteils sein, doch reagieren feinkörnige Kalksteine heftiger als grobkörnige. Je nach ihren Eigenschaften sind Kalksteine sehr vielseitig verwendbar. Vor allem dichte Kalksteine werden als leicht zu bearbeitende Naturwerksteine verwendet, aus denen Bodenbeläge, Wandbekleidungen, Fenster- und Türgewände, Mauersteine, Massivarbeiten oder Pflastersteine hergestellt werden.

* (Mit freundlicher Unterstützung des Magdeburger Stadtarchivs sowie des Fachdienstes Geodienste der Stadtverwaltung; weitere Quelle: Internet: www.mineralienatlas.de)

Quelle: Magdeburger Volksstimme

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