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Zwei Straßen der Stadt verweisen auf Helmstedt
In einer Serie beleuchtet die Volksstimme die Straßennamen der Elbestadt. Heute: die Helmstedter Chaussee und die Helmstedter Straße.
Alt-Olvenstedt/Sudenburg (rri/jja). Die Helmstedter Chaussee gehört zu den statistischen Bezirken "Alt Olvenstedt Dorf" und "Agrarstraße". Sie beginnt an der Birkenallee und mündet in die Bundesstraße 1 (Postleitzahl 39130). Die Helmstedter Straße gehört zum statistischen Bezirk "Wormser Platz", befindet sich zwischen Braunschweiger Straße und Sudenburger Wuhne (Postleitzahl 39112). Die Helmstedter Chaussee erhielt ihren Namen 1991 (zuvor Straße der Thälmannpioniere). Die Helmstedter Straße gibt es seit 1874, zuvor war sie unbebaut. Beide Straßen wurden nach der niedersächsischen Stadt Helmstedt benannt.
Die ältesten vorgeschichtlichen Zeugnisse der Besiedlung um Helmstedt datieren Archäologen um 3500 vor Christus: die so genannten "Lübbensteine", Großsteingräber westlich der Stadt.
Um 800 gründete der Heilige Ludger (um 742-809) eine Missionszelle, aus der sich das Benediktinerkloster St. Ludgerus entwickelte. Noch bis ins späte Mittelalter unterstand Helmstedt dem Klosterabt.
952 wurde "Helmonstede" erstmals in einer Urkunde von Kaiser Otto I. erwähnt. 1199 erfolgte im Zuge des Deutschen Thronstreits zwischen den Welfen und Staufern die Zerstörung der Stadt durch Erzbischof Ludolph von Magdeburg sowie König Philipp von Schwaben. Nach mühevollem Wiederaufbau zogen die Bewohner eine Mauer um den Stadtkern. 1247 erhielt Helmstedt dann das Stadtrecht.
Das Wahrzeichen der Stadt, der Hausmannsturm, gehörte zur Stadtmauer und wurde 1286 erstmals urkundlich erwähnt. Noch heute ist er als einer von ursprünglich acht Türmen des Mauerrings erhalten.
Aufgrund seiner günstigen Verkehrslage zwischen den Handelswegen Lüneburg-Halberstadt sowie Braunschweig-Magdeburg entwickelte sich Helmstedt frühzeitig zu einem angesehenen Handelsort. Zwischen 1426 und 1518 war die Stadt Mitglied im Städte- und Handelsbund der Hanse.
1542 erreichte die Reformation auch Helmstedt; doch erst 1568 wurde die Kirchenwende von Herzog Julius zu Braunschweig-Lüneburg offiziell für das Land Braunschweig beschlossen. Der Herzog gründete 1576 die welfische Landesuniversität "Akademia Julia", die bis Anfang des 19. Jahrhunderts den Ruf der Stadt prägte. 1810 wurde die Universität von Jérome Bonaparte, König von Westfalen und Bruder Napoleons, aufgelöst.
Die Wirtschaft des Ortes wurde vor allem durch den ersten Tagebau "Trendelbusch" angekurbelt, der von der Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke AG 1874 erschlossen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Helmstedt zur Grenzstadt mit einem der wichtigsten Ost-West-Übergänge: "Helmstedt-Marienborn".
* (Quellen: Stadtarchiv, www.stadt-helmstedt.de )
Quelle: Magdeburger Volksstimme
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