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Schweinegrippen-Impfung: Der große Ansturm bleibt aus
Magdeburg. Der Auftakt der Schweinegrippen-Impfung in rund 200 Arztpraxen der Stadt ist gestern sehr unterschiedlich verlaufen. Der große Ansturm blieb aus. Während viele Haus- und Fachärzte am ersten Tag der offiziellen Impfung der Bevölkerung zunächst nur Anmeldungen entgegennahmen und erst heute oder in den kommenden Tagen mit der Impfung beginnen, konnten sich Magdeburger in anderen Praxen auch schon die Spritze abholen. So war das Wartezimmer in der Arztpraxis Dr. med. Christiane Lößner im Fermersleber Weg gestern bis zum letzten Platz gefüllt. Mehr als 20 Patienten ließen sich hier impfen. In der Praxis wird bereits seit Donnerstag die Vorsorge angeboten, und die Resonanz ist gut. Ähnlich sieht es in der Gemeinschaftspraxis von Dipl.-Med. Regina Nyari und Dipl.-Med. Hartmut Knebel in der Moritzstraße aus. Zusammen haben sie bereits 20 Impfungen vorgenommen und sich auch selbst schon impfen lassen. "Die Situation könnte schnell auch bei uns sehr ernst werden", glaubt Hartmut Knebel und rät daher, sich die Spritze geben zu lassen. In die Gemeinschaftspraxis kann jeder zur Impfung kommen, egal ob er Stammpatient ist oder nicht. Im Moment werden wegen der noch nicht so enorm großen Nachfrage erst mal zwei Impftage in der Woche, dienstags und donnerstags, angeboten.
Recht verhalten war gestern der Auftakt bei Dr. med. Friedrich-Wilhelm Onnasch in der Braunschweiger Straße. Bei ihm kamen am Vormittag nur drei Interessenten, die sich spritzen lassen wollten. Unter ihnen ein Lehrer und ein Patient, der bereits mit mehreren Krankheiten vorbelastet ist. "Bei diesen Personen empfehle ich die Impfmaßnahme auch sehr", sagte Dr. Onnasch. Fragen würden vor allem zu möglichen Nebenwirkungen gestellt, so Dr. Onnasch. In der Praxis von Dr. Christian Krause in der Olvenstedter Chaussee zeichnete sich wiederum eine gute Nachfrage ab. Der Chirurg hat bereits für drei Impftage mit jeweils zehn Patienten Anmeldungen entgegengenomen. Dr. Krause rechnet durchaus mit einer steigenden Nachfrage in der Bevölkerung: "Ich glaube, je mehr Todesfälle bekannt werden, je größer wird die Impfbereitschaft sein", sagte er. Seine Patienten kämen noch mit vielen Fragen, unter anderem bezüglich der Impfstoffverträglichkeit in die Praxis. Es könne, so Dr. Krause, zwar bei jeder Impfung eine Reaktion wie Schmerzen oder ein Anschwellen des Armes geben. Von gravierenden Nebenwirkungen sei aber nichts bekannt.
Das unterstreicht auch Magdeburgs Gesundheitsamtsleiter Dr. Eike Hennig. Er empfiehlt dringend diese Impfung. "Ich werde auch noch in dieser Woche gehen. Danach brauche ich mir zwar noch in meiner Funktion als Amtsleiter, aber nicht mehr persönlich Gedanken zu machen über die Schweinegrippe. Das Thema ist für mich mit dieser Schutzimpfung erledigt", so Dr. Hennig gegenüber der Volksstimme. Nach spätestens zwei Wochen ist die vollständige Immunität gegen den Schweinegrippenvirus erreicht. Die Diskussion über Nebenwirkungen des Impfstoffes Pandemrix hält er für völlig deplatziert. "Inhaltsstoffe des Mittels werden teils schon viele Jahre erfolgreich und ohne nennenswerte Nebenwirkungen geimpft", sagte er.
In Magdeburg wurden seit Freitag fünf Neuerkrankungen registriert. Damit stieg die Zahl auf 71 Erkrankungen seit April. Zum Glück verliefen sie bisher ohne schwerwiegende Folgen. "In Magdeburg brauchen wir im Moment nicht von einer Grippewelle zu sprechen. Doch das kann sich innerhalb von einer Woche schlagartig ändern, wie z. B. die aktuelle Entwicklung in Bayern zeigt", so Dr. Hennig, der daher zur Vorsorge mahnt. Die Impfung gegen die neue Grippe ist freiwillig und wird von den Krankenkassen bezahlt. Der Lokalanzeiger hatte am 29. Oktober die Liste mit allen Hausärzten veröffentlicht, die gegen die Schweinegrippe impfen.
Autor: Jana Wiehe und Lea Besier (Magdeburger Volksstimme)
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