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In diesem Artikel, aus der "Magdeburger Zeitung" vom 17. 06. 1982,
geht es nach der Eingemeindung von Olvenstedt nach Magdeburg um die Neu-Festlegung der
Straßennamen. Man nennt Johann Stephan Schütze zu Ehren auch einige Straßen und
Plätze nach ihm. Aus der Chronik der Elbestadt Magdeburger (23) Straßennamen Aus Archiv rausgesucht und aufgeschrieben von Ingelore Buchholz Am 1. April 1979 wurde die Gemeinde Olvenstedt der Stadt Magdeburg eingegliedert. Das Entstehen des Experimentalwohnkomplexes zwischen Magdeburg und Olvenstedt machte diese Maßnahme erforderlich. Olvenstedt gehört zur Stadtrandzone von Magdeburg, es reicht an der Olvenstedter Chaussee bis in die Stadt heran. Zwischen dem Magdeburger Stadtzentrum und Olvenstedt liegen lediglich fünf Kilometer.
Stephan Schütze Olvenstedt gehört zu den Orten in der unmittelbaren Umgebung, die schon sehr frühzeitig besiedelt waren. Erste Erwähnungen des Ortes findet man schon in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts (zwischen 826 und 853). Im 10. Jahrhundert taucht bereits der Name. Osolfstidi auf. Otto I. überließ den Zehnten von Osolfstidi dem von ihm gegründeten Moritzkloster in Magdeburg, nachdem er ihn zuvor vom Bischof von Halberstadt erworben hatte. Bis 1810 gehörte das Dorf zum Magdeburger Domkapitel, dem es 1349 Erzbischof Otto verkauft hatte. Olvenstedt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die eng mit der Stadt Magdeburg verbunden war. Als Olvenstedt 1979 in die Stadt Magdeburg eingemeindet wurde,
bedurfte es vieler kommunalpolitischer Aktivitäten. So machte sich auch die
Umbenennung einiger Straßen erforderlich. Es gab nämlich in Olvenstedt einige
Straßennamen, die in Magdeburg ebenfalls existierten. Um Irrtümer zu vermeiden,
die sich daraus ergeben könnten, waren Umbenennungen nötig. - Was lag näher, als
bei der Namensfindung einen Griff in die Geschichte des Ortes zu tun? Die Karl-Marx-Straße in Olvenstedt mußte einen Namen erhalten. Es wurde der Name Ostendorfer Straße gewählt. Bei gab es früher einen Ort Ostendorf. Dieser Ort wurde im Mittelalter von seinen Bewohnern verlassen und wurde "wüst", wie auch die Orte Lebersdorf, Plachwitz und Wisningen. Die heutige Ostendorfer Straße führt in die Richtung, in der der Ort einst gelegen haben soll. Ein historischer Bezug spielte auch bei der Benennung der ehemaligen Mittagstraße eine Rolle. Sie erhielt den Namen Osolfstraße. Dieser Name wird aus dem Ursprung des Namens Olvenstedt abgeleitet. Auch die Kirchstraße mußte einen neuen Namen erhalten. Von Bürgern der ehemaligen Gemeinde wurde der Name Stephan Schütze vorgeschlagen. Stephan Schütze ist ein Sohn Olvenstedts, der am 1. November 1771 hier geboren wurde. Er entstammte einer wohlhabenden Bauernfamilie, die ursprünglich in Schnarsleben ansässig war, besuchte in Magdeburg die Domschule und studierte später Theologie an der Universität Erlangen. Einige Zeit arbeitete er in Magdeburg als Hauslehrer. In seinen Mußestunden beschäftigte er sich mit der Schriftstellerei. 1804 übersiedelte er nach Weimar, wo er sich als Journalist und Theaterkritiker betätigte. Am 12. November 1806 lernte er Goethe kennen, den er durch ein geistreiches Gespräch für sich gewonnen haben soll. Seit diesem Zeitpunkt stand er mit Goethe in dauernder Verbindung. Er gehörte zum Goethekreis. Zuletzt war er Hofrat und verkehrte viel im Haus der Frau Schopenhauer. Er war in Weimar ein stadtbekanntes Original.
Stephan Schütze Straße in Olvenstedt Im März 1839 starb er im Alter von 68 Jahren in Weimar. Bekannt war Schütze weniger wegen seiner Dichtungen als vielmehr wegen theoretischen Werken zur Schriftstellerei. Im Schriftstellerlexikon wird man den Namen Schütze aber vergeblich suchen.
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