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Stellt man der über Jahrhunderte dauernden Entwicklung der alten Ortslage Olvenstedt das Entstehen des neuen Stadtteils von Magdeburg Neu-Olvenstedt gegenüber, so muss einem bei dem Zeitraffer-Tempo fast schwindelig werden. Nach dem Beginn der Erdarbeiten im neuen Wohnkomplex im Jahre 1980 erfolgte schon am 31.1.1981 die Grundsteinlegung für das neue Zuhause von mehr als 30.000 Menschen. Zum Jahresende 1981 waren bereits 166 Wohnungen fertig gestellt. Die neuen Bewohner hatten allerdings noch mit vielen Problemen wegen fehlender Infrastruktur und nicht ausgebauter Straßen zu kämpfen. Doch schon ein Jahr später konnten die nunmehr 4.000 Einwohner - untergebracht in ca. 1.704 Wohnungen - ihre täglichen Bedürfnisse in den wichtigsten Einrichtungen vor Ort abdecken. Um Probleme zu erkennen - den Beschwerden und Hinweisen entsprechen zu können, wie es in so komplizierten Phasen des Wohnens inmitten intensiver Bautätigkeit - besonders war, wurde seitens der Stadt Magdeburg eine Kommission "Bauen und Wohnen in Neu-Olvenstedt" aus Abgeordneten gebildet, die in allen anstehenden Fragen der Bürger Ansprechpartner waren. Sie fungierten ebenso als Kontrolle beim Auftreten von Mängeln im Bauablauf, in der Verkehrsanbindung und in der Versorgung. Diese ehrenamtliche Arbeit wurde bis 1989 wahrgenommen. Menschen, die sich zu diesen Aufgaben bekannten, brachten sich
für ein gemeinsames Grundanliegen ein. Sie wollten menschengerechte
Wohnverhältnisse schaffen helfen und dabei Besonderheiten für dieses neue
Wohngebiet in ihrer Umsetzung beobachtend und aktiv begleiten. Waren Spielplätze vorerst noch vorhanden - wie sie auch heute nicht in jedem Fall dem Bedarf entsprechen - so wurde durch die in sich abgeschlossenen Höfe, frei von Fahrzeugen und Verkehr, und durch Wegeverbindungen, die den Fußgängern und den spielenden Kindern Vorrang gewährten, ein überbrückender Ausgleich versucht. Mit dem neuen Bauen würde es möglich, Menschen, die besonderer
helfender Aufmerksamkeit bedürfen, Voraussetzungen für Selbständigkeit und
Lebensqualität durch geeignete Wohnverhältnisse zu schaffen als ein zutiefst
soziales Anliegen. Im Laufe der ersten Jahre wurden Versorgungseinrichtungen für
den Einkauf und für die medizinische Betreuung zu Bauschwerpunkten. Eine
Infrastruktur zu schaffen, wie es im Gesamtkonzept vorgesehen war, erforderte
Anstrengungen, die seitens der Bewohner oft mit verständlicher Ungeduld
kommentiert wurden. Autorin: Rotraud Tönnies (im "Olvenstedter" 3/98)
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